Die Vereinten Nationen (UNO) haben das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“
erklärt. Damit möchte die UNO „die öffentliche Aufmerksamkeit auf den unschätzbaren
Beitrag von genossenschaftlich organisierten Unternehmen auf die Reduktion von Armut,
die Schaffung von Arbeitsplätzen und die soziale Integration lenken“. Das Internationale
Jahr soll auch „die Stärken des genossenschaftlichen Geschäftsmodells als eine alternative
Methode, um geschäftlich tätig zu sein und die sozio-ökonomische Entwicklung zu
unterstützen, herausstellen“.
Mit dieser Initiative rückt eine Rechts- und Unternehmensform in den Mittelpunkt,
die weltweit mehr als ein Viertel der Wirtschaftsleistung erbringt und mehr als
1 Milliarde Menschen als Mitglieder von Genossenschaften umfasst. Der Zeitpunkt
für diese Entscheidung ist mit Sicherheit nicht zufällig – die Finanz- und Wirtschaftskrise
rückt Alternativen zum egoistischen, ausschließlich profitorientierten Wirtschaftsmodell
wieder in den Vordergrund.
Die Gründe, warum die Generalversammlung der Vereinten Nationen diese Entscheidung
getroffen hat sind beispielsweise:
- Genossenschaften bauen eine bessere Welt
- Genossenschaften gehören ihren Mitgliedern, dienen ihren Mitgliedern und werden
von ihren Mitgliedern in Gang gehalten
- Genossenschaften verbessern die Lage der Menschen
- Genossenschaften sichern Existenzen und stärken die Wirtschaft
- Genossenschaften ermöglichen nachhaltige Entwicklung
- Genossenschaften gleichen soziale und wirtschaftliche Anforderungen aus
- Genossenschaften fördern demokratische Prinzipien
In Österreich gibt es rd. 2.000 Genossenschaften, darunter 99 aus dem Bereich der
Gemeinnützigen Wohnungswirtschaft.
Die EBG ist eine der ältesten Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften – sie wurde
im Jahr 1910, also vor über 100 Jahren, von Eisenbahnern als Selbsthilfeorganisation
gegründet, um die Wohnungsnot zu bekämpfen und schöne, gesunde und leistbare Wohnungen
zu schaffen.
Den Prinzipien des Genossenschaftsgedankens und der Gemeinnützigkeit ist die EBG
in ihrer über hundertjährigen Geschichte treu geblieben. Natürlich hat sich ihre
Arbeitsweise stark geändert – eine Organisation, die rund 6.000 Wohnungen verwaltet
und mehrere hundert neue Wohnungen pro Jahr neu errichtet muss vor dem Hintergrund
der heutigen rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen anders
arbeiten als eine kleine Genossenschaft vor dem Ersten Weltkrieg.
Die besondere Herausforderung liegt jedoch genau darin – in einer hochkomplexen
Welt auch unter den stressigen Bedingungen des Alltags die Genossenschaftsidee in
die Tat umzusetzen, die Befriedigung der Bedürfnisse der Mitglieder vor das Gewinnstreben
zu setzen, kreative Lösungen für vielfältigste Anforderungen zu finden und die Kunden
– die ja gleichzeitig die „Eigentümer“ der Genossenschaft sind – als Partner zu
begreifen.
Wir freuen uns darüber, Teil einer so großen weltweiten Bewegung zu sein und über
die Anerkennung, die dieses Internationale Jahr der Genossenschaften mit sich bringt.
Weiterführende Informationen unter http://social.un.org/coopsyear.